Wächterstein

Schletterberg und Hämmelberg

Wanderkarte Vorschlag Nummer 23

 

 

Eine ideale Familienwanderung,
versehen mit einem Hauch von Abenteuer und Entdeckungslust


Am Windhof geht es los auf dem Cramerpfad in Richtung Madenburg


Weg Nummer 4
führt zu einer Lichtung auf dem Sattel zwischen

Wetterberg:  Wandervorschlag Nummer 7

und Schletterberg, genannt "Am Tisch", wohl eine alte Gerichtsstätte der Geraiden.


Foto: K. Brödel, Queichhambach, 2005

Hier hat man dann die Wahl zwischen einem bequemen Fahrweg
oder einer steil ansteigenden Schneise.
Gibt man seinem Entdeckungsdrang nach,
dann sucht und folgt man den Grenzsteinen der Gemarkung Wollmesheim/Eschbach.

   

Auf dem Kamm des Schletterberges angekommen
schreitet der Wanderer über den weichen Boden eines Lärchenwaldes in süd-westliche Richtung.
Zahlreiche Sandsteinbrocken in allen Größen verführen zum Bau mysteriöser Gebilde,
was sicherlich nicht nur Kindern einen Riesenspass bereitet.


Blick auf den Kegel des Rehberges

Nach dem Überqueren eines Waldweges
führt eine Schneise nach Süden durch eine flachere Zone zu einem Felsen,
der auf alten Plänen "Wächterstein" oder "Loogfels" genannt wird.
Dieser stellte einst die Grenze zwischen
der Rothenburger Geraide und dem zur Madenburg gehörenden Besitztum dar.


Auf der ebenen Felsplatte des Wächtersteines findet man Grenzzeichen
wie Kreuz, Grenzsteinnummer und die Buchstaben der aneinander grenzenden Gemeinden

"Was diesen Felsen jedoch besonders auszeichnet ist eine Felsritzung, die eine menschliche Figur ohne Beine darstellt. Der Körper ist durch runde Kreise ersetzt, durch die acht Teilstriche gehen. Die Figur zeigt einen erhobenen rechten Arm, bei dem die Hand zur Faust ausgebildet ist. Vermutlich soll dem Beschauer etwas gezeigt werden. Beim linken Arm ist die Stellung gleich, die Hand jedoch nicht ausgebildet. Auf dem Kopf sind zwei Hörner in Zipfelform dargestellt. Rechts daneben befindet sich ein Gebilde, einer Sanduhr ähnlich. ... Die Eingeweihten ... können die Entstehung der Felsritzung keiner bestimmten Zeitepoche zuordnen. Auch die Bedeutung der Zeichnung ist nicht sicher erkennbar.

Soweit bekannt, gibt es drei verschiedene Deutungen dieser Felszeichnung. Professor Hermann Wirth, der verdienstvolle Erforscher der Ur-Religionen, hat die Zeichnung als 'Allmutter' oder als 'Ur-Mutter' gedeutet. So hat er dieser Allmutter Sinnbilder von Zeit und Raum zugeordnet. Die Aureole auf dem Haupt mit den zwei Zipfeln bezeichnet er als 'Hörner der Kraft'. Die Allmutter holt und spendet mit erhobenen Armen die Kraft vom Himmel. Das Eieruhr-ähnliche Gebilde auf dem linken Arm deutet er als das alte germanische Himmel-Erde-Symbol. ... Professor Wirth sieht diese Allmutter als den Ursprung aller Religionen an. Dieser Altglaube entstand aus einer engen Verbundenheit zur Natur und deren genauen Beobachtung.

Andere Forscher ordnen die Entstehung dieser Felsritzung erst zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt ein. So hat bereits zur Zeit der Karolinger der hohe Adel in Anlehnung an römische Gewohnheiten sein Eigentum durch eine besondere Art von Grenzsteinen darzustellen versucht. Man nannte diese Steine 'Grenzwächter'. So werden die Ringe mit den acht Strichen als das Hoheitszeichen des Bistums Mainz gedeutet. Das Mainzer Rad kommt bekanntlich auf allen Grenzsteinen dieses Bistums vor. Auch die Madenburg zählte um 1125 zu den Besitztümern des Adalbert von Mainz aus dem Hause Saarbrücken. Ihm gehörte zu dieser Zeit auch der Wald auf dem Schletterberg. Die erhobene Hand soll den Siegelring dieses Bischofs darstellen.

Eine dritte Deutung der Felsritzung ordnet die Entstehung in die Zeit der Völkerwanderung ein. Bekanntlich gab es zu dieser Zeit kaum ganzjährig begehbare Straßen oder Wege. Die einzelnen Gruppen der auf der Wanderschaft befindlichen Völker waren zu verschiedenen Zeiten unterwegs. Hierzu war nun notwendig, dass die nachfolgenden Gruppen erkennen konnten, in welche Richtung die vorausziehenden Gruppen gewandert waren. Man wählte daher markante Punkte aus und brachte an diesen 'Wegweiser' an, die den nachfolgenden Gruppen die Richtung angaben..."
Wir danken Herrn Gert Rillmann, Annweiler am Trifels, der uns seinen Bericht "Merkwürdige Felsritzungen auf dem Schletterberg" zur Verfügung stellte.

 


Wer hat sich wohl diesen kleinen Scherz erlaubt?
Beim Umrunden des Felsens entdeckt man in einem Spalt diese kleine, rätselhafte Tonfigur.


Wächterstein oder Loogfels


Der kurze Abstieg vom Wächterstein bis zu einem Fahrweg führt quer durch den Wald,
immer den nicht zu übersehenden Grenzsteinen folgend.

Weiter geht es ostwärts bis zu einer Wegegabelung,
wo man auf einen Gedenkstein trifft mit der Inschrift:
"Entworfen und ausgebaut v. Oberforstmeister Wellzinger aus Lambrecht"

Wir setzen die Wanderung fort auf dem breiten, sanft ansteigenden Fahrweg
auf der Sonnenseite des Hämmelberges.


Ein wuchtiger, interessant aussehender Sandsteinfels am Wegrand
verführt zu allerlei lustigen Aussagen:
Ist dies etwa der versteinerte Kopf eines Krokodils
oder doch eher der Kopf eines Dinosauriers aus dem Jurassic Park?
Ein Schlangenkopf oder ...?


Zeit zum Anhalten und den herrlichen Ausblick zu genießen auf

Ruine Madenburg:  Wandervorschlag Nummer 19


Foto: K. Brödel, Queichhambach, 2005


Zu unseren Füßen liegt das Dörfchen Eschbach, umgeben von Wald und Weinbergen.


Die unendliche Weite der Rheinebene und des Elsass breitet sich vor uns aus,
am Horizont die Berge des Schwarzwaldes

 

Gemütlich setzen wir unsere Wanderung ebenerdig fort und gelangen zu einem weiteren, grandiosen Aussichtspunkt, wo Bänke und Tische zur Rast einladen.


Ins Tal schmiegt sich das Winzerdorf Leinsweiler


zur Linken der Slevogthof:   Wandervorschlag Nummer 18

Der Blick schweift hier ungehindert über das Rebenmeer der Südlichen Weinstraße
bis hin zum Schwarzwald, wo Berge und Horizont verschmelzen.

 


Im weiteren Verlauf der Wanderung bietet sich dem Wanderer ein eindrucksvoller Ausblick
auf das mitten im Wald gelegene "Feriendorf Sonnenberg" in Leinsweiler.

 

Und noch ein Stück weiter auf dem Panoramaweg geben die Bäume unerwartet den Blick frei auf die

Reichsburg Trifels:   Wandervorschlag Nummer 1

und die Burgruine Anebos:   Wandervorschlag Nummer 2

sowie auf die Ruine Scharfenberg:   Wandervorschlag Nummer 5

 

Unsere Aufnahmen wurden am 14. Januar 2007 gemacht. Das Thermometer zeigte +15 °C


Unglaublich aber wahr - auch dieses Foto entstand an diesem Tag mitten im Winter

Über die gelungenen Sommer-Aufnahmen von Kurt Brödel, Queichhambach, haben wir uns sehr gefreut. Sie sind eine gute Ergänzung zu unserer Dokumentation. Dankeschön lieber Kurt!

 

Folgt man dem Rundweg Nummer 4 (in der Skizze rot eingezeichnet) vom "Tisch" um den Schletterberg und den Hämmelberg, zurück zum "Tisch", ohne den Abstecher zum Wächterstein, so ist keine nennenswerte Steigung zu bewältigen und es wird ein ganz bequemer, ausgedehnter Spaziergang. Eine Wohltat für die Seele!

 


unser Vorschlag für die Wanderroute