Rehbergquelle
Wandervorschlag Nummer 10

Die Rehbergquelle - ca. 500 m ü. NN - ist eine der höchstgelegenen Quellen der Pfalz. An der Nordwestflanke des Berges, etwa 100 Meter unterhalb des Rehberggipfels, schmiegt sie sich in eine Mulde. Die Ortsgruppe Ludwigshafen des Pfälzer Wald-Vereins erbaute 1913 über den vorhandenen Brunnen eine Schutzhütte und legte einen Rastplatz mit einem kleinen Weiher an.

Die Einweihung der Rehbergquelle fand am 15. März 1914 statt.

Bis Ende 1991 versorgte die Rehbergquelle die Kletterhütte am Asselstein und die Hühnerfarm auf dem Klingelberg mit Wasser.

Wie in einem Wintermärchen präsentiert sich die Rehbergquelle nach dem heftigen Schneefall im Winter 2005.



Die Bindersbacher Kinder nannten diese Quelle in den 60er Jahren auch "Kindelsbrunnen". Sie glaubten noch an das Märchen vom "Klapperstorch", der die Babys aus dem Wasser fischt und dann zu den Eltern bringt, sofern diese zuvor ein Stückchen Zucker vors Fenster gelegt hatten.
Auszug aus einem Bericht in der "Pfälzer Zeitung" vom 19. März 1914
Ein unbekannter Verfasser schreibt:
"... Meinem Berufe hatte ich es zu verdanken, daß ich fast zwei Jahre unmittelbar am Fuße des Rehberges in einem kleinen, waldverlorenen Dörflein wirkte. Die Arbeit war zwar hart, aber ein Spaziergang in der wunderschönen Gegend war mehr als reichlicher Lohn. Mein trautester Freund war der Rehberg mit seinem kühlen schattigen Wald, mein Lieblingsplätzchen der frische Quell an seiner Brust. Freigiebig war er zu jeder Zeit, selbst im heißen Sommer 1911. Mit munterem Murmeln eilten seine Wässerlein aus verborgenen Tiefen herauf ans Sonnenlicht ...
... und doch bin ich jetzt selbst Zeuge der Einweihung der Rehbergquelle, eines Aktes, der eine hohe Ehrung für den großherzigen Wohltäter der Pfälzerwäldler bedeutete. Den 15. März 1914 wird er ewig nicht vergessen, da Hunderte von Wäldlern der Ortsgruppe Ludwigshafen-Mannheim, von Knöringen über Albersweiler kommend, zu ihm empor stiegen, um teilzunehmen am Weiheakt. In schwungvoller, bilderreicher Sprache sang Herr Bezirksoberlehrer Hartmann ein "hohes Lied" auf ihn ...

Der Ortsgruppe Ludwigshafen-Mannheim wird man noch in fernen Zeiten dankbar sein, daß sie diese Perle im Pfälzerwald neu gefaßt. Die Namen der Herren Stadteinnehmer Lux und Stadtbaumeister Sternlieb werden mit diesem herrlichen Fleckchen Erde unzertrennlich verknüpft sein. Möge nun der alte Quell im neuen schönen Gewande das Ziel der Wanderer aus Nah und Fern sein. Kühlende Labung spendet er allezeit dem Durstigen; den Hungrigen aber verweist er in das Ludwigshafener Erholungsheim "Trifels" ...

Das erfrischende Wasser ist auch heute noch glasklar.
März 2014
nähere Informationen über das Ludwigshafener Erholungsheim
15. März 1914 - 15. März 2014
Große Feier an der Rehbergquelle

historische Postkarte 1914 aus unserem Archiv
Vor 100 Jahren, am 15. März 1914, versammelten sich etwa 400 Leute um die Einweihung der neu gefassten Rehbergquelle zu feiern. Auf Anregung des Ludwigshafener Stadteinnehmers Georg Lux, der auch als „Pfadfinder des Ludwigshafener Erholungsheimes“ (Kurhaus Trifels) gilt, beauftragte der Pfälzerwald Verein, Ortsgruppe Ludwigshafen-Mannheim, den jüdischen Stadtbaumeister Sternlieb mit der Planung und Bauleitung zur Errichtung einer Hütte und eines Bassins an der Rehbergquelle. Die Regierung der Pfalz, Kammer der Forsten, genehmigte am 24. März 1913 das Projekt und im Spätjahr wurden die Bauarbeiten von Bauunternehmer Serr aus Birkweiler ausgeführt.
Am Tage der Einweihung ratterte ein Sonderzug des morgens um 7:30 Uhr von Ludwigshafen nach Knörringen. Ab dort marschierten die Wanderer über Böchingen, Frankweiler, St. Johann, Albersweiler, den Hohenberg, die Ahlmühle und den Windhof bergan Richtung Rehbergturm. Das Wetter war an diesem Tage nicht gerade rosig, aber Bezirksoberlehrer Hartmann fand trotzdem blumige Worte für die Einweihung der nun gefassten Quelle: „...Möge der alte Quell im neuen schönen Gewande das Ziel der Wanderer aus Nah und Fern sein. Kühle Labung spendet er allezeit dem Durstigen ...“ An diesem großen Tag wurde jedoch außer dem kühlen Nass auch ein halber Schoppen Kaffee für 10 Pfennig angeboten; allerdings musste man – laut Einladungstext - seine eigene Tasse mitbringen.
Um 16:15 Uhr machten sich die Hungrigen auf den Weg zu den Wirtschaften in Annweiler und nach Bindersbach ins „Ludwigshafener Erholungsheim“, wo man für 1,20 Mark Wurstsuppe, Schweinepfeffer und Kartoffelknödel serviert bekam. Als die Wanderer um 20:15 Uhr schließlich den Sonderzug zurück nach Ludwigshafen bestiegen, hatten sie einen Fußmarsch von 24 km hinter sich gebracht.

Rehbergquelle - Vergleichsfoto 2012
1939 wurde das Wasserbecken mit dem Springbrunnen zugeworfen und eingeebnet. Die steinernen Bänke und Tische,
welche rechts und links neben dem Pavillon standen, fanden dort unten ihren neuen Platz. Von hier führt nun auch
eine 6 m breite Freitreppe hoch zum erneuerten Holz-Pavillon. Die Quelle selbst wurde gefasst,
ein Zu- und Überlauf geschaffen.
17. September 2016 - Freiwilligentag "wir schaffen was"
Als Pate einer Teilstrecke des Richard-Löwenherz-Premiumwanderweges fiel dem Bindersbacher Brauchtum e. V. beim Kontrollgang auf, dass die
Rehbergquelle selbst - sowie der gesamte Platz mit den Sitzgruppen - einen recht vernachlässigten Eindruck machen. Wildwuchs, Dornen, Unkraut
und Gestrüpp konnten sich in den letzten Jahren hier ungehindert ausbreiten; die Natur hat sich ihren Raum ungestüm zurück erobert. Dieser
einst so idyllische Platz ist heute ganz und gar kein einladender Ort mehr für Wanderer!
Als der Brauchtumverein/1. Vorsitzender Gérard Salmon die Einladung zum Freiwilligentag der Metropolregion Rhein-Neckar erhielt, war man sich
sehr schnell einig, dass die Rehbergquelle hierfür ein lohnendes Projekt ist. Innerhalb kurzer Zeit war die benötigte Anzahl von 15 Helfern
erreicht. Unter den fachmännischen Augen von Revierförster Spindler wird der Verein also am 17. September die Rehbergquelle säubern,
so dass der Wanderer gerne wieder Platz nehmen wird, um die Ruhe an diesem schönen Ort zu genießen.
Bereits 1898 sammelte sich das vom Rehberggipfel kommende Wasser in einem Becken und floss von dort in einen kleinen, dunklen Weiher.
1912 lag die inzwischen schön gefasste Quelle inmitten eines Rondells mit Ruhebänken und Steintischen. Das ganze Jahr über ergoss sich d
as Nass unermüdlich aus einem Metall-Speier in den Steinkessel und floss stetig in den tiefer gelegenen, von einem versumpften Ufer
umgebenen, Weiher ab.
Nach der Eröffnung des Erholungsheimes (Kurhaus Trifels) im Jahre 1911, regte der „Vater dieses Gebäudes“, Stadteinnehmer Georg Lux aus
Ludwigshafen, auch die Verschönerung der Rehbergquelle an. Unter der Leitung des Stadtbaumeisters und Architekten des Erholungsheimes,
Markus Sternlieb, baute der Pfälzerwald-Verein, Ortsgruppe Ludwigshafen–Mannheim, ein rechteckiges Bassin und stellte eine in die Umgebung
passende Unterstandshütte auf. Am Sonntag, 15. März 1914, fand nachmittags um 3 Uhr die feierliche Einweihung der neugefassten Rehbergquelle
statt. Zu diesem Ereignis reisten ca. 400 Personen mit einem Sonderzug aus Ludwigshafen an. Der Springbrunnen im gefassten Weiher musste aus
technischen Gründen allerdings mit der Inbetriebnahme noch bis zum 11. Mai warten.
Die Rehbergquelle speiste mit ihrem Wasser nicht nur einen Springbrunnen im waldbotanischen Garten der Stadt Ludwigshafen (Trifelsstraße)
sondern versorgte auch die Kletterer-Hütte bis 1989 mit ihrem Wasser.
Die Rehbergquelle im Juni 2016
Der Brauchtumverein freut sich über zahlreiche Spenden
28. Juni:
Projekt "Rehbergquelle" - grosse Säuberungsaktion



Dankeschön: ein gerne anonym bleibender Spender hat uns einen Wasserspeier aus Gußeisen geschenkt
Gute Nachricht von Freiwlligentag-Team "....dass Sie bei der Verlosung einen Gutschein im Wert von 100 Euro gewonnen haben." (von Hornbach-Baumarkt-AG)

dieser neue Wasserspeier wird eingebaut


20 Helferinnen und Helfer im Alter von 9 bis 73 Jahren brachten die Rehbergquelle dann bei einem sehr harmonisch verlaufenen Arbeitseinsatz auf Vordermann. Gérard hatte wochenlang geplant und organisiert, sodass auch der Wettergott statt des angesagten Regens lieber Sonnenstrahlen schickte.

vorher - nachher





verdientes, leckeres Mittagessen

alt

neu


strahlende, zufriedene Gesichter
Ein ganz großer Applaus und ein Dankeschön
für euren freiwilligen und gemeinschaftlichen Einsatz

Dankeschön für die Spende!
25. November 2017
Schandtat an der Rehbergquelle
Beim obigen Freiwilligentag 2016 der Region Rhein-Neckar „Wir schaffen was!“ hat der Bindersbacher Brauchtumverein mit seinen 20 freiwilligen Helfern die gesamte Anlage hergerichtet und gesäubert. Ein Handwerker aus Annweiler hat einen schönen, alten Wasserspeier aus Gußeisen gespendet. Dieser wurde installiert und das kühle Nass plätscherte friedlich in das runde Becken. Ein wunderbarer, beruhigender Anblick für jeden Wanderer.

Leider gibt es aber gewissenlose Menschen ohne jeglichen Skrupel. Sie schätzen weder das Kulturerbe noch die Arbeit von freiwilligen Helfern. Der ca. 4 kg schwere Wasserspeier wurde ganz einfach abmontiert und entwendet. Welchen – möglicherweise privaten – Brunnen mag er nun schmücken? Der Brauchtumverein - und auch ich persönlich - sind schockiert und verärgert über solch eine dreiste Unverfrorenheit. Falls jemand Angaben über den Verbleib des Wasserspeiers machen kann, melden Sie sich bitte bei Gérard Salmon Tel.: 06346 9 30 31

16. Juni 2018

Mit einem Aushang macht Gérard Salmon auf den verschwundenen Wasserspeier aufmerksam.
Vielleicht gibt's ja doch irgendwann einmal eine positive Rückmeldung
26. Juni 2020

die Rehberg-Quelle wird als "Picknick-Platz SÜW" ausgezeichnet
9. September 2020
Einweihung der neuen, vom Gesangverein Waldrohrbach,
24. Oktober 2020
Manchmal werden Wünsche wahr.
6. November 2020
neuer Wasserspeier für die Rehbergquelle
Der vorhandene Wasserspeier verschwand bekanntlich 2017 in einer Nacht- und Nebelaktion.


August 2020 - eine neue Sitzgruppe wurde aufgestellt
gestifteten und aufgestellten Sitzgruppen




Im November 2017 wurde an der gefassten Rehbergquelle der Wasserspeier entwendet.
Gerard Salmon wies mit einem entsprechenden Aushang auf diese Schandtat hin.
Nun hat sich ein Spender für einen neuen Wasserspeier gemeldet.
In Zusammenarbeit mit dem PWV Annweiler am Trifels
werden Jochen Kretzer und Gerard Salmon das neue Teil - nach einigen Vorarbeiten -
in Kürze montieren

zunächst mussten gut 0,8 m³ Wasser aus dem Becken geschöpft werden
dann konnte der neue Speier von Jochen Kretzer und Gerard Salmon montiert werden





der Herbstwind hat schon kräftig das Laub von den Bäumen geschüttelt,
und so wurde ganz spontan eine kleine Kehr-Aktion gestartet



Der PWV Annweiler am Trifels hat nun diesen neuen Speier gespendet,
der das Gesamtbild der so idyllischen Rehbergquelle wieder erheblich aufwertet.