Keschdewanderung
15. Oktober 2011

19 Erwachsene, eine Dreijährige sowie 4 Hunde machten sich an diesem
sonnigen Samstag Nachmittag
unter Führung von Ferdi Badinger
auf zur Wanderung durch den noch gar nicht so bunten Herbstwald.

Eine erste, lehrreiche Verschnaufpause wurde am Dreimärker bei der
Kletterer-Hütte eingelegt.

Gérard Salmon erklärte die Bedeutung dieses Grenzsteines aus dem Jahre 1604
und zeigte anhand der darauf befindlichen Markierung den Grenzverlauf
von Bindersbach, Annweiler und Waldrohrbach.

Die kleine Elea lauschte seinen Worten andächtig.

Im Gänsemarsch ging es
durch den ehemaligen waldbotanischen Garten des Ludwigshafener Erholungsheimes.
Die Wanderer erfuhren einiges über die Anlage des Gartens, die Hütte, die hier einmal gestanden hat und
den Weiher mit seinem Springbrunnen.
Dieser wurde von der Rehbergquelle gespeist.
Auch die Kletterer-Hütte wurde lange Jahre über diese Leitung mit Wasser versorgt.

Vom waldbotanischen Garten ist heute kaum mehr was übrig geblieben.
Nur der "Boxer"-Baum (Mammuthbaum)
erinnert noch an die Entstehung des Parks im Jahre 1913

Der gewaltige Umfang des Baumes ist schon beeindruckend

Die nächste kleine Rast mit historischen Fakten
fand an der 1913
von der Ludwigshafener Ortsgruppe des Pfälzer-Waldvereins ausgebauten Rehbergquelle statt.

Die von Brigitte und Gérard Salmon erzählte Geschichte vom "Kindelsbrunnen"
wollte aber niemand so richtig glauben.

Ziel der Keschdewanderung war der 1862 errichtete Rehbergturm.

Gérard zauberte aus seinem Rucksack eine Flasche Riesling samt eines Schoppenglases hervor,
was ihn animierte, das "Pälzer Schoppelied" zu singen.

"... so groß muss ä Pälzer Schoppeglas halt mol sei,
so groß, dass än halwe Liter ach passt hinei ..."

"... mer wolln kä Viertel, mehr wolln kä Achtel,
und ach kän Plastikbecher aus de Schachtel ..."


Brigitte Salmon entführte die kleine Wandergruppe ins Jahr 1862.
Damals schrieb Christian Zoeppritz einen eindringlichen Spendenaufruf zum Bau des Rehbergturmes.
Aus seinen Worten ist die große Liebe und Begeisterung für unsere Landschaft deutlich zu spüren.

"... Die Erbauer werden sich damit ein Denkmal setzen ..." behauptete Zoeppritz.
Er sollte recht behalten.
Der Rehbergturm wird in die Denkmalliste der Kreisverwaltung der Südlichen Weinstraße aufgenommen
(Bericht Rheinpfalz vom 17. September 2011)

Nachgezählt: es führen tatsächlich 58 Stufen zur Plattform des 14 m hohen Aussichtsturmes
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