Volkstrauertag 2011
13. November 2011



Gedenkrede von Hermann Andres
langjähriges Chormitglied und ehemaliger Vorsitzender des Gesangverein Liederkranz Bindersbach

Heute am Volkstrauertag gedenken wir, der Gesangverein Liederkranz Bindersbach, hier vor unserem Ehrenmal in tiefer Trauer unserer gefallenen Brüder.
Sie erfüllten ihre selbstverständliche Pflicht und haben ehrlichen Glaubens ihr meist junges Leben im Kampfe gelassen. Das wird sie immer mit uns verbinden, gleichgültig, wo sie heute ihre letzte Ruhestätte gefunden haben – ob in den mahnenden und erschütternden Soldatenfriedhöfen des Westens oder in den namenlosen und unbekannten Gräbern des Ostens.
Sie wollten ebenso den Frieden wie die Soldaten aller Völker und vor allem wie die Gefallenen aller Völker.
Für sie gilt vor allem anderen in besonderer Weise das Lied „Ich hatt einen Kameraden …“
Die Bewahrung des Friedens haben sie uns Lebenden und Davongekommenen als ihr größtes Vermächtnis hinterlassen. An diese Aufgabe und Pflicht soll uns auch dieses Mahnmal stets erinnern.
Verneigen wir uns in Ehrfurcht und legen zu Ehren unserer gefallenen Kameraden, in trauerndem Gedenken an alle Opfer des Krieges, am heutigen Volkstrauertag diesen Kranz nieder.

Totenehrung
Wir gedenken
heute der Opfer von Krieg und Gewalt.
Wir gedenken
der Soldaten, die in den Weltkriegen starben.
Der Kinder, Frauen und Männer aller Völker,
die durch Kriegshandlungen oder danach in
Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge
ihr Leben verloren.
Wir gedenken
derer, die ums Leben kamen, weil sie
Widerstand gegen Gewaltherrschaft leisteten.
Und derer, die den Tod fanden,
weil sie an ihrer Überzeugung
oder an ihrem Glauben festhielten.
Wir gedenken
derer, die verfolgt und getötet wurden,
weil sie einem anderen Volk angehörten,
einer anderen Rasse zugerechnet wurden oder
deren Leben wegen einer Krankheit
oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir trauern
um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage,
um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung.
Wir trauern mit den Müttern und mit allen,
die Leid tragen um die Toten.
Wir beten
für die Toten in der Heimat,
die aber einst unter uns lebten
und die hier in fremden Ländern
oder auf den Meeren ihr Grab haben,
und mit ihnen die Toten aller Völker.
Wir beten aber auch, dass es Zeichen gibt,
in der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern
und auf Frieden in der Welt.

Alle Fotos: Andres - vielen Dank!