Volkstrauertag 2009

 

15. November 2009

 

Die Bevölkerung versammelt sich um 10:30 Uhr am Ehrenmal


Der Frauenchor unter Leitung von Andrea Serr eröffnet die Gedenkfeier

 

Ansprache unseres Ortsvorstehers Franz Kaiser:

"Nicht die Erinnerung, sondern das Vergessen ist und bleibt die Gefahr. So formulierte es einmal unser ehemaliger Bundespräsident Richard von Weizsäcker.

Gleichgültigkeit und Desinteresse sind in der Tat die Übel unserer Zeit geworden. Egoismus und Achtlosigkeit gegenüber den Nöten unserer Mitmenschen fangen an, sich mehr und mehr auszubreiten.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das Jahr 2009 ist ein Jahr von Gedenktagen bedeutender historischer Ereignisse geworden. Gedenktage, die uns einerseits die ganze Grausamkeit eines vor wenigen Jahren zu Ende gegangenen Jahrhunderts vor Augen führen; Gedenktage aber auch, die uns ins Bewusstsein gerufen haben, dass die Hoffnung auf eine bessere Welt nicht verloren ist.

1919, also vor 90 Jahren, wurde der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ins Leben gerufen. Er wollte sich um die unzähligen, noch unbestattet gebliebenen Soldaten kümmern, die im ersten Weltkrieg vor allem in Nordfrankreich und Belgien gefallen waren.

In dem Aufruf anlässlich der Gründung hieß es: Vergesst die Toten nicht! Helft alle mit, dass die Angehörigen von der Ungewissheit über den Zustand der fernen Kriegsgräber erlöst werden.

Der wenig später in die öffentlichen Gedenktage aufgenommene Volkstrauertag sollte stets Mahnung gegen dieses Vergessen sein.

Nach der Machtergreifung 1933 funktionierten die neuen Machthaber den Volkstrauertag entsprechend ihrer rechtsradikalen Ideologie um zum sogenannten Heldengedenktag. Und wie man schon vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges junge Menschen durch verhetzende Propaganda verblendet und anschließend auf die Schlachtfelder geschickt hatte, galt es erneut als ehrenvoll, für das Vaterland zu sterben.

So wurde gut 20 Jahre nach dem ersten Massenvernichtungskrieg der Weltgeschichte der Brand eines neuen Weltkrieges entfacht.

Das ist jetzt genau 70 Jahre her. Der verheerendste aller jemals geführten Kriege hat der gesamten Menschheit 55 Millionen Tote gekostet.

Der Volkstrauertag erinnert also nicht nur an das Leid unseres eigenen Volkes. Er umfasst immer auch das Gedenken an die Opfer der anderen Staaten. Wenn wir heute ihrer aller gedenken, dann schließen wir neben den Gefallenen auch jene Toten mit ein, die in der Gefangenschaft, in den Vernichtungslagern, auf der Flucht während der Vertreibung aus der Heimat oder im Bombenterror ihr Leben haben hingeben müssen. Im Dezember ist es 65 Jahre her, als Annweilers historischer Stadtkern durch einen sinnlosen Bombenangriff in Schutt und Asche gelegt wurde.

Leider beschränken sich unser Gedenken und die Mahnung nach Frieden nicht auf die beiden Weltkriege. Soldaten der Bundeswehr sterben heute in Auslandseinsätzen fern der Heimat, in Kriegen, die sie nicht zu verantworten haben. Sie geben ihr Leben her für den schwierigen Aufbau demokratischer Staatsformen in anderen Ländern. Auch diesen jungen Menschen und ihren Familien gebührt es, dass wir mit ihnen fühlen und sie in unser Gedenken einschließen.

Tröstlich soll uns jedoch stimmen, dass gerade von uns Deutschen in der jüngsten Vergangenheit ein Signal in die Welt ausgegangen ist als ein Beispiel, wie sich politische Konflikte auf friedlichem Wege lösen lassen. Vor 20 Jahren hat unser Volk bewiesen, wie unter völligem Verzicht auf Gewalt ein Staatssystem zum Einsturz gebracht werden konnte.

Lassen wir unsere Hoffnung auf eine bessere Welt daher nicht fallen!

Wir müssen uns dafür mit allen Kräften einsetzen. Denn unsere Hoffnung ist der Schlüssel für eine friedliche Zukunft."

 

Hermann Andres legt im Namen des Gesangverein Liederkranz e. V. einen Kranz nieder

 


Der Männergesangverein Liederkranz e. V. unter Leitung von Walter Halde
intoniert "Ich hatt' einen Kamaraden ..."

 


Gebet für alle Opfer: "Vater unser ..."


Der gemischte Chor des Gesangverein Liederkranz e. V. beschließt die Gedenkfeier

 

 

 

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